Bauwerk

Pfarrzentrum St. Benedikt
Wolfgang Zehetner, Walter Hans Michl, Walter Zschokke - Wien (A) - 1997
Pfarrzentrum St. Benedikt, Foto: Margherita Spiluttini
Pfarrzentrum St. Benedikt, Foto: Margherita Spiluttini
Pfarrzentrum St. Benedikt, Foto: Margherita Spiluttini
Pfarrzentrum St. Benedikt, Foto: Margherita Spiluttini

Pfarrzentrum St.Benedikt

Das Pfarrzentrum St. Benedikt liegt in einem Neubaugebiet mit zirka 3000 Wohnungen und ist von riesigen sechsgeschoßigen Wohnbauten umgeben. Das Bauwerk der Kirche, das Gemeindezentrum mit Pfarrsaal, der Kindergarten und das Pfarrhaus gruppieren sich um einen geschützten stillen Hof, durch den der alte Leberweg hindurchführt.

Eine linear ansteigende Mauer, die vom Kreisbogen in eine mathematische Parabel übergeht, definiert den Kirchenraum. Im Bereich des Parabelscheitels schneidet eine exakt geostete Ellipse den Altarraum aus der Wand heraus. Seine Ummauerung formt einen gedrungenen Turm, dessen Glockenraum von einem Mauersegel mit durchbrochenem Kreuz überragt wird. An Werktagen und für besondere Anlässe läßt sich die aus den Sitzen gebildete Wand vor die Öffnung zum Kirchenraum schieben, sodaß ein intimer Kapellen- und Meditationsraum entsteht, der sein Licht aus 54 zenitalen Öffnungen in der Decke erhält. Das Dach des Kirchenraumes besteht aus einem großen, zeltartig wirkenden hölzernen Flächentragwerk, dessen statisch wirksame Kassettendecke die Akustik positiv beeinflußt. Am Boden in wenigen Tagen montiert, war es im Ganzen mit zwei Kranen in seine endgültige Lage gehoben worden.

Die Rückwand der Kirche ist als Metall-Glas-Konstruktion ausgebildet. Große transparente Platten aus Carraramarmor wurden an der Innenseite vor die Isoliergläser gesetzt. Wie ein gestufter Wandschirm steigt die im Licht mild leuchtende Natursteinwand als bergendes Element hinter den Kirchenbänken empor. Ein Randstreifen aus klarem Glas läßt den Raum zum Pfarrhof hin weiterfließen.

Die Natursteinplatten, die archaisch bildhaft wie ein Fels wirken, sind bloß neun Milimeter dünn. An der Rückseite verstärkt ein Glasfasergeflecht in einer Schicht Epoxidharz den fragilen Stein. Die Wand lebt mit dem Wechsel des Tageslichts, nachts strahlt sie verheissungsvoll wie eine große Laterne von innen her auf den Platz hinaus.

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Für den Beitrag verantwortlich: Österr. Holzleimbauverband

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