Bauwerk

Austria Tabakwerke
Peter Behrens, Alexander Popp - Linz (A) - 1935
Austria Tabakwerke, Foto: Julius Scherb / profil 1933
Austria Tabakwerke, Foto: Julius Scherb / profil 1933
Austria Tabakwerke, Foto: Julius Scherb / profil 1933
14. September 2003 - Az W

Peter Behrens, der 1921 bis 1936 eine Professur an der Wiener Akademie der bildenden Künste mit bedeutender Schulbildung innehatte, galt als Pionier des modernen Industriebaus im deutschsprachigen Raum.
Der vom damaligen österreichischen Monopolbetrieb der "Tabakregie" (seit 1850 an diesem Standort) beauftragte „grundlegende Erweiterungs- und Umbau gehört zu den großen internationalen Leistungen des Industriebaus der dreißiger Jahre.“ (F. Achleitner).
Für Bautechnologie und Entwurf waren die Betriebsanforderungen der Produktion am Strang, der kontinuierlichen Klimatisierung mit 80 % Luftfeuchtigkeit und der durchgehenden Belichtung ausschlaggebend. Das Klimaproblem wurde durch Anwendung eines gut isolierenden Kiesbetons (Mittelständer) und Zellenbetons (Außenständer) in der Skelettkonstruktion bewältigt, während die zahlreichen zunächst gar nicht überblickbaren Installationen durch breite Montageschlitze an den Außenwänden des Gebäudes frei alle Geschoße durchdringend eingebaut werden konnten.
„Das Antlitz dieses Bauwerks sagt jedermann, was es ist - ein Fabriksbau. So wie sich im Innern Geschoß über Geschoß, Arbeitssaal an Arbeitssaal reiht, so gibt auch das Äußere diesen horizontalen Rhythmus wieder“ (Behrens/Popp).
Der Behrens-Assistent Alexander Popp entpuppte sich nach dem „Anschluß“ 1938 als Nationalsozialist, wurde Rektor der Akademie der bildenden Künste und war 1939-43 Hauptarchitekt der nach ihrem Gründer benannten Linzer „Hermann-Göring-Werke“, der heutigen Vöest-Alpine-Stahlwerke.

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at

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