Bauwerk

Ökosozialer Wohnbau am Grünanger
Hubert Rieß - Graz Liebenau (A) - 2006
Ökosozialer Wohnbau am Grünanger, Foto: Livia Corona
Ökosozialer Wohnbau am Grünanger, Foto: Hubert Rieß
Ökosozialer Wohnbau am Grünanger, Foto: Hubert Rieß
29. Mai 2007 - GAT

Entgegen dem ursprünglichen Bestreben der Stadt Graz, die „Barackensiedlung“ am Grünanger zu schleifen, wurde aufgrund der hohen Wohnzufriedenheit der Bewohner nach den Plänen von Hubert Rieß die bestehende Anlage um 75 Wohneinheiten erweitert. "In urbanen Zentren muss man solche Wohnsituationen hüten wie seinen Augapfel", meint der Grazer Architekt und Professor an der Universität von Weimar.

Als "Holz-Modul-Niedrigenergiebau" bildet das Projekt Grünanger den Einstieg in die Kategorie jener modernen Holzgebäude, die die energetische, haustechnische und ökologische Weichenstellung wirklich auf den Punkt bringen und nicht mehr „nur“ auf die Holzbau-Technologie konzentriert sind.
Minimale Herstellungs- und Betriebskosten, hoher Nutzerkomfort, Ressourcenschonung (Energie, Boden, Wasser und Baustoffe) sowie die Forcierung der Modulbau-Technologie sind zunehmend generelle Planungsziele und wurden hier geradezu prototypisch realisiert.
In enger Zusammenarbeit mit Statiker und Haustechnik wurde eine sehr kompakte, schmale Gebäudetypologie aus jeweils zwei Wohneinheiten entwickelt, die prinzipiell beliebig oft gekoppelt und damit dem jeweiligen Grundstückszuschnitt zukünftiger Bauvorhaben angepasst werden kann.
Aufgrund der Grundstücksstruktur am Grünanger boten sich für eine optimale Erschließung Gruppen mit je 8 Einheiten an.
Mit der Nutzung des Fernwärmerücklaufs als Heizungssystem und des minimierten Heizwärmebedarfs durch die kompakte Gebäudetypologie mit optimiertem Verhältnis von Außen- zu Nutzfläche sowie entsprechend starker Dämmschichten ließen sich die Betriebskosten derart reduzieren, dass die Errichtungs- und Betriebskosten eine Wohnbeihilfe für die Bewohner überflüssig machen.

Mit dem Ökosozialen Wohnbau am Grünanger wurden in Graz seit mehr als 30 Jahren wieder Sozialwohnungen durch die öffentliche Hand errichtet und gleichzeitig ein Beispiel für einen alternativen, zielgerichteten Einsatz sozialer Fördermittel.

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Für den Beitrag verantwortlich: GAT

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