Bauwerk

Tonhalle Maag
Spillmann Echsle Architekten - Zürich (CH) - 2017
Tonhalle Maag, Foto: Hannes Henz
Tonhalle Maag, Foto: Hannes Henz
11. Oktober 2017 - newroom

Im Sommer 2015 wurde zusammen mit der akustischen und energetischen Sanierung der Gebäudehülle des Gebäude J auf dem Maag-Areal auch die stützenfreie Eventhalle als Vorinvestition der Tonhalle in die Gebäudehülle realisiert. Dadurch wurden optimale Voraussetzungen für die akustische Trennung der Einheit und die funktionale Nutzung baulich vorbereitet. Das Tonhallen-Provisorium auf dem Maag-Areal belegt ab 2017 neben der Eventhalle mit dem eigentlichen Einbau des Konzertsaales (Box in der Box) die Härterei samt Nebenflächen als Zugang und Foyer. Die Zone zwischen Härterei und Eventhall im Erdgeschoss dient als zusätzlicher Puffer- und Verteilerraum für den Zuschauerfluss und ist direkt mit den bestehenden WC-Anlagen im Obergeschoss des Gebäude K verbunden. Die Härterei selbst soll ihren authentischen Industriecharakter zurück erhalten. Der eingebaute Clubraum wird partiell zurück gebaut. Die versenkbare Bühne wird belassen und kann für Diskussionen oder Podiumsgespräche genutzt werden.

Die Containeranlagen über der Maschinenstrasse werden um 6 Containereinheiten erweitert und hälftig zwischen Tonhalle und Music & Arts AG aufgeteilt. Die Container der Tonhalle werden mit Garderoben-, Konzertmeister- und Dirigentenzimmer belegt.

Im heutigen Foyer wird ein Verbindungskorridor zwischen Containeranlage und Gebäude K erstellt. Dieser Korridor regelt im Zusammenspiel mit der schon eingebauten Funktionsschicht in der Eventhall die Fluchtwege und internen Erschliessungswege für den Auftritt in den Konzertsaal. In den Obergeschossen des Gebäude K werden durch die Tonhalle alle vorhanden Raumeinheiten ausser die Atelierräume über dem Restaurant K2 im 1. Obergeschoss für Ihre Probe-, Aufenthalts- und Büroräume benötigt und entsprechend ausgebaut.

Im 1. Untergeschoss unter der Eventhalle benötigt die Tonhalle sämtliche Lagerflächen mit direktem Zugang von der Tiefgarage und die Raumkammer 6. Im 2. Untergeschoss wird die Raumkammer 4 benötigt. In dieser Kammer wird eine Hebebühne mit direktem Hub in die Eventhalle resp. den Konzertsaal eingebaut und verbindet diese mit allen Lagereinheiten.

Der Einbau des Konzertsaales in der Eventhalle erfolgt als entkoppelter gewinkelter Holzelementbau der an die Betonwand zur Music Hall gebaut wird. Auf den beiden Kurzseiten sind zwei Ränge angeordnet mit darunter liegendem Lagerraum/Bar zum Foyer hin und der Hinterbühne zur Maschinenstrasse hin. Die neue Dachkonstruktion mit überbetonierten Stahlprimärträgern wird zwischen den Trägern mit akustisch wirksamen Deckenleuchten ausgestattet die bei unterschiedlichen Bespielungsvarianten akustisch optimiert werden können. Podien und Bestuhlungen werden ebenfalls mobil entwickelt und lassen verschiedene Nutzungen zu. In der Box finden je nach Layout zwischen ca 1000 und 1250 Zuschauer Platz. Das Hauptlayout mit Längsbespielung und Orchesterbühne bietet 1224 Personen Platz. Eine Mittelbühne mit radialer Bestuhlung kann ähnlich vielen Personen Platz bieten.

Der verbleibenden Umraum der Eventhalle dient als Zugang und Verteilerraum und nimmt auch Fluchtwegfunktionen in sich auf. In diesem Raum wo die alte Industriehalle auf die neu gestellten Stahlstützen mit den akustisch bewegten Fichtenholzpaneelen dazwischen stossen, wird die Synthese von Tonhalle und altem Industriestandort am stärksten erlebbar. (Text: ArchitektInnen)

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