Zeitschrift

TEC21 2009|16
Im Takt
TEC21 2009|16
zur Zeitschrift: TEC21
Verlag: Verlags-AG
Das Titelbild dieses Hefts zeigt ein mechanisches Metronom, ein Gerät, das sich seit dem frühen 19. Jahrhundert als Taktgeber etabliert hat und mit unerbittlicher Strenge das Tempo in unzähligen Musikzimmern vorgibt. Auf Baustellen und in Planungsbüros kann man den tickenden Apparat nicht antreffen, es bestehen aber durchaus Parallelen zwischen Musik und Bauwesen: Die meisten Bauarbeiten folgen einem bestimmten Takt, und manchmal kann das vorgegebene Tempo nicht gehalten werden. Analog zu einer Symphonie ist eine detaillierte Bauplanung mit genauer Vorgabe von Tempi, Zeiten und Pausen für alle Akteure die unerlässliche Voraussetzung für die Realisierung eines Bauvorhabens. In der Architektur wird oft mit musikalischen Begriffen wie Rhythmus oder Harmonie zur Beschreibung eines Bauwerks operiert.

In diesem Heft beschreiben wir, gewissermassen im Zeichen des Metronoms, Beispiele von Bauwerken, bei denen der Takt beziehungsweise der Begriff des Takts eine entscheidende Rolle spielt. Takt und Rhythmus werden dabei im architektonischen Sinn von Gliederung von Bauwerken und Wiederholung von Elementen, im praktischen Sinn bezüglich des Bauablaufs oder im physikalischen Sinn als regelmässige Beanspruchung von Bauwerken interpretiert.

Der Takt beziehungsweise der Rhythmus der Waschbeton-Fassadenelemente – und der Fugen dazwischen – einer neuen Schulanlage in Obermeilen ZH wird im Beitrag «Rhythmische Fügung» thematisiert. Die hohen gestalterischen Anforderungen konnten in diesem Fall nur mit vorgefertigten Elementen erfüllt werden. Dadurch wurde auch der Fabrikationstakt der Fassadenelemente zu einem bestimmenden Faktor für den Bauablauf.
Für die Erstellung von Brücken über Eisenbahnanlagen ist das Taktschiebeverfahren häufig die am besten geeignete Baumethode.

Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Langensandbrücke im Einfahrtsbereich des Bahnhofs Luzern (S. 25 ff.). Die leicht geschwungene Stahlkonstruktion wächst dabei etappenweise, im Takt der Anlieferung der vorgefertigten Elemente, ohne den dichten Bahnverkehr zu beeinträchtigen.
Der Takt der Eisenbahn liegt dem Beitrag «Dynamik kurzer Brücken» zugrunde. Gemeint ist damit nicht der Taktfahrplan oder das Rattern der Räder über den Schienenstössen. Der schnelle Takt wird durch die Achsen der Wagen vorgegeben, die mit hoher Geschwindigkeit über die Neat-Strecken fahren werden. Die Auswirkungen dieses Belastungsstakkatos auf Brücken werden mit Simulationen und dynamischen Analysen untersucht.
Seit Beethovens Zeit ist die Musik «metronomisiert», bestimmen die tickenden Taktgeber die Arbeitsweise der Musiker nach weltweit anerkannten Regeln. Bezüglich einheitlicher Regeln besteht freilich kein Zusammenhang zwischen Bauwesen und Musik.
Aldo Rota

05 WETTBEWERBE
Schulhauserweiterung Dietlikon | Heilpädagogische Schule Flawil

12 MAGAZIN
Zu wenig Geld für Biotopschutz | Parkplatzmanagement | Hochleistungswärmedämmung

18 RHYTHMISCHE FÜGUNG
Tina Cieslik
Architektur: Eine wohlproportionierte Fassade aus vorfabrizierten Waschbetonplatten verleiht dem Gebäudekomplex der Schule Obermeilen ZH ein einheitliches Gesicht.

25 LEGATO ÜBER ELF GLEISE
Claudio Pirazzi, Michel Thomann, Hanspeter Escher, Thomas Kloth
Ingenieurwesen: Wie ein Bogenstrich überspannen die Stahlträger der neuen Langensandbrücke den Bahnhof Luzern.

29 DYNAMIK KURZER BRÜCKEN
Pierre Wörndle
Ingenieurwesen: Dynamische Analysen zeigen, dass kurze Brücken aufgrund der hohen Zugsgeschwindigkeiten der Neat am stärksten durch Schwingungen gefährdet sind.

34 SIA
Revision CO2-Gesetz | Tag der Berufsgruppe Architektur | Mitgliedschaft für FH-Master | Qualitätskontrolle von Zement

37 PRODUKTE

45 IMPRESSUM

46 VERANSTALTUNGEN

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Verlags-AG der akademischen technischen Vereine

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