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Profil

1997 Promotion
1998 bis heute verschiedene Forschungsprojekte
2000 – 2015 Lehrtätigkeit an verschiedenen Hochschulen
2006 – 2007 Wissenschaftlicher Assistent Lehrstuhl Architekturtheorie RWTH Aachen
2011 – 2012 Vertretungsprofessur Architekturgeschichte und -theorie Universität Wuppertal
Seit 2016 kuratorische Tätigkeit (u.a. Stifter-Haus Linz, afo Linz, Nordico Linz)
2017 – 2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter afo-architekturforum Linz
Seit 2019 Architekturkritiker der Oberösterreichischen Nachrichten

Lehrtätigkeit

2000 – 2011 Lehrbeauftragter Universität Wuppertal (Architekturgeschichte und -theorie)
2006 Lehrbeauftragter FH Köln (Baugeschichte)
2012 – 2013 Dozent NDU St. Pölten (Architekturtheorie der Moderne)
2014 – 2015 Universitätslektor TU Wien (Architektur- und Stadtbaugeschichte)
2015 Universitätslektor JKU Linz

Mitgliedschaften

Mitglied der Künstlervereinigung „Die Kunstschaffenden“, Linz
Vorstandsmitglied des Kollektivs „Musik im Raum“, Linz

Publikationen

Auswahl:

„Die Luft dürfte studirter sein…“ Anmerkungen zu Adalbert Stifters Kunstauffassung im Spiegel seiner Kunstkritik. In: H. Lengauer, C. Schacherreiter, G. Wilbertz (Hg.): Die Bezwingung seiner selbst. Liebe, Kunst und Politik bei Adalbert Stifter, Linz 2018, 64 - 117. (= Katalog zur Ausstellung im Stifterhaus Linz zum 150. Todestag von Adalbert Stifter)

Neue Konzepte in der Architektur. In: J. Porsch, H. Saxenhuber, G. Schöllhammer (Hg.). Wer war 1968? Kunst, Architektur, Gesellschaft, Salzburg 2018, 179 – 187.

Folienhaus 4. Zu Pio Rahners Arbeit „Im Archiv“. In: afo architekturforum oberösterreich (Hg.): Nachsatz 8, Linz 2018 (o. S.).

Der 5-Jahresplan des Schlafes. Konstantin Melnikows „SONnaia SONata“ oder der kollektive Schlaf für Produktion und Gesellschaft. In: Die Versorgerin, Ausgabe September 2018.

Krumau, Böhmisch Krummau, Český Krumlov. Stadtbilder von Wolfgang Hanghofer. In: W. Hanghofer (Hg.): Krumau, Böhmisch Krummau, Český Krumlov. Stadtansichten 2014. Linz 2015 (o. S.).

„Nichts ist schön, weil es antik, deutsch, maurisch, bizantinisch, italienisch etc. ist…“ – Bemerkungen zu Adalbert Stifters Architektur- und Stilverständnis. In: Jahrbuch Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, 21, 2014, 31 - 52.

Imaginäre Vogelflüge – zur historischen Kartographie des Traunsees. In: Kurt Druckenthaner, Stephan Gaisbauer, Klaus Petermayr (Hg.): Seegang. Ergebnisse einer Feld-, Fels- und Wasserforschung am Traunsee. Linz 2013, 11 - 24. (=Schriften zur Literatur und Sprache in Oberösterreich Bd. 17)

Physis und Bild: Zur Malerei Wolfgang Hanghofers. In: W. Hanghofer(Hg.): Sexualität.
Linz 2012, 4 - 42.

Kunst-Suchbild Linz: Die „Totale 2011“ als Rekontextualisierung tradierter stadträumlicher Zusammenhänge. In: Terri Frühling u. Wolfgang Fuchs (Hg.) Totale. Festival für parallele Kunst 2011 – 2017. Linz 2011, 21 - 26.

Rechtsrheinische Architekturgeschichten. In: Anne Luise Müller u. Bernd Streitberger (Hg.): Architekturführer Rechtsrheinisches Köln. Berlin 2011, 22 - 67.

Aspekte zur Stadtentwicklung des Rechtsrheinischen. In: Anne Luise Müller u. Bernd Streitberger (Hg.): Rechtsrheinische Perspektiven. Stadtplanung und Städtebau im postindustriellen Köln 1990 bis 2030. Berlin 2011, 143 - 241.

Der Blick von oben: Köln in Stadtplänen und Luftbildern. In: Uta Keil u. Philipp Meuser (Hg.): Luftbildatlas Köln. Berlin 2011, 6 - 25.

Das Bauernhaus im frühen reformierten Wiener Architekturdiskurs. In: Anita Aigner (Hg.): Vernakulare Moderne. Grenzüberschreitungen in der Architektur der Moderne. Das Bauernhaus und seine Aneignung, Bielefeld 2010, 131 - 180.

Die „Allgemeine Städtebauausstellung“ 1910. Werner Hegemans Ausstellung und ihre Bedeutung für das Rheinland. In: Ursula Kleefisch-Jobst u. Karen Jung (Hg.): Dynamik und Wandel. Die Entwicklung der Städte am Rhein 1910 - 2010. Berlin 2010, 14 – 28 (gemeinsam mit Frank Werner).

Das Bauernhaus als Impuls für regionale und regionalistische Architektur.
In: Architektenkammer NRW (Hg.): Spurensuche – Regionale Architekturphänomene im Wohnungsbau in NRW. Düsseldorf 2007, 15 - 21.

Architekturausbildung – ein historischer Abriss. In: Michael Werling (Hg.): Architekturlehrer der FH Köln Teil 1 / Die Ehemaligen. Köln 2006, 223 - 255.

Stilsynthese und Sprachverwirrung – Theorie und Kritik des „neuen“ Stils im
19. Jahrhundert. Susanne Hauser u. a. (Hg.): Kongressakten des deutschen Semiotikkongresses Frankfurt/Oder 2006 (Internetveröffentlichung).

Bruch und Fragment. Zur Architektur von Heinz Bienefeld. In: Stefanie Lieb (Hg.): Form und Stil. Festschrift für Günther Binding zum 65. Geburtstag, Darmstadt 2001, 372 - 377.

Marienkirche Gelnhausen. Königstein i. Taunus. 2000.

Veranstaltungen

Ausstellungen (Auswahl):

Dynamik und Wandel der Städte am Rhein 1910 - 2010. Köln 2010/11
Rechtsrheinische Perspektiven. Köln 2011
HinsenkampLabor. Linz 2018
Die Bezwingung seiner selbst. Linz 2018
Kontaminierte Orte in Oberösterreich. Linz 2019

Vorträge (Auswahl):

Inszenierte Tradition. Die Privathäuser Heinz Bienefelds und ihr architekturhistorischer Kontext

„…da es eine erlernte Kunst nicht geben kann“ – Die Architekturausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Wien im 19. Jahrhundert

Technik versus Kunst - Architekturausbildung 1800 - 1900 im Spannungsfeld zwischen Architekt und Ingenieur

Stilsynthese und Sprachverwirrung – Theorie und Kritik des `neuen´ Stils im 19. Jahrhundert

Erstarrung oder lebendige Kunstübung? Das Ornament in der architektonischen Ausbildungspraxis des Historismus

Wohnwirklichkeiten der Moderne zwischen sozialem Wohnungsbau und Luxusvilla

Theorie und Kritik des Regionalismus von der Moderne bis zur Gegenwart

Architektur und Wohnen – eine Annäherung

Unkonkret? Architektonische Schönheit: zur aktuellen Debatte um einen nahezu unaktuellen Begriff

Temporärer Städtebau: Begriffe, Geschichte und Theorie einer „neuen“ Stadtkultur

Innen – Außen: die Grenzen des architektonischen Raums in Moderne und Gegenwart

Vor und nach Hitler – kontaminierte Orte in Oberösterreich jenseits der NS-Zeit

Artikel

4. April 2026 Oberösterreichische Nachrichten

Schutzbau für das Erinnern in Ebensee

Dem neuen Schutzbau für das ehemalige Tor des NS-Lagers Ebensee gelingt die gestalterische Symbiose von funktionaler Zweckerfüllung und eigenständiger Form.

Bald wird es keine lebenden Zeitzeugen der NS-Schreckensherrschaft mehr geben. Für unsere Erinnerungskultur hat dies erhebliche Konsequenzen, da die authentischen Stimmen verstummen. Dies in einer Zeit, die von wachsender Relativierung der damaligen Verbrechen und einer Zunahme autoritärer, demokratiefeindlicher...

28. Februar 2026 Oberösterreichische Nachrichten

Architekturkritik: „Feministische Grundrisse gibt es nicht“

Die Architektinnen Antonia Forster und Teresa König über die Wahrnehmung im Beruf und frauenspezifisches Bauen

Die Architektinnen Antonia Forster und Teresa König kuratieren Anfang März in der Linzer Kunstuni das Symposium „Frauen + Wohnen“ sowie eine Ausstellung zum Thema. Während König mit Kollegen das Architekturbüro Kontur leitet, ist Forster lehrend und forschend an der Kunstuni tätig. Im Gespräch geht es...

31. Januar 2026 Oberösterreichische Nachrichten

Tourismusbüro am Hauptplatz in Linz: Der Ausgangspunkt für die Entdeckung von Linz

Dem Studio March Gut gelang bei diesem Projekt eine überzeugende Symbiose aus Alt und Neu, aus Funktion und Atmosphäre.

Es kann überaus reizvoll sein, die eigene Stadt aus der Perspektive des Besuchers oder Touristen wahrzunehmen – eine Entdeckungsreise der besonderen Art. Als Einstieg für die „Expedition“ ins Vertraut-Unbekannte bietet sich seit März 2025 die neu eröffnete Tourismusinformation im Alten Rathaus am Hauptplatz...

20. Dezember 2025 Oberösterreichische Nachrichten

Sinnbilder für Gemeinschaft

Braucht es noch den realen Raum für Begegnung? Zwei Kirchenraumgestaltungen in Hagenberg und Pollham geben unkonventionelle Antworten.

Was macht Gemeinschaft heute aus? Glaubt man den Bekundungen des Mainstreams, sind es heutzutage digitale Räume, in denen sich Menschen treffen und miteinander kommunizieren. Wie wir alle wissen, hat dies nicht nur positive Folgen. Die Frage, ob es noch realer Orte der Begegnung bedarf, wird virulenter....

22. November 2025 Oberösterreichische Nachrichten

Haibach ob der Donau: Viel Musik in der Mitte

In Haibach ob der Donau eröffnete das neue Probelokal des Musikvereins. Ein formal reduzierter Bau, der durch Klarheit eine neue Ortsidentität schafft.

Zu den Konstanten der (ober-)österreichischen Baukultur der jüngsten Zeit gehört eine zunehmende Hinwendung zur Neugestaltung von Ortskernen im ländlichen Raum. Bauten mit zentralen Funktionen vom Gemeindeamt bis zum Gesundheitszentrum werden dabei als probates Mittel gesehen, neues Leben in die Mitte...

30. August 2025 Oberösterreichische Nachrichten

Stadl für die Gemeinschaft

In Auberg im Mühlviertel entstand nach den Plänen des Haslacher Büros Arkade eine Holzarchitektur, die sensibel auf Landschaft und Tradition Bezug nimmt.

Im landschaftlich idyllischen „Nirgendwo“ der Mühlviertler Gemeinde Auberg liegt der aus dem 17. Jahrhundert stammende Unterkagerer Hof. Der markante Vierseithof steht unter Denkmalschutz.

Der Hof dient der Region und den umliegenden Ortschaften als Museum bäuerlicher Kultur und Herberge. Bei kulturellen...

9. August 2025 Oberösterreichische Nachrichten

Ein Holzhaus für Autos

In Weng realisierte das Büro Matulik Architekten eines der ambitioniertesten Holzparkhäuser Europas. Demonstrative Nachhaltigkeit wurde zum Programm.

Während der Wirtschaftswunderphase der 1950er und 1960er Jahre war das Parkhaus ein signifikantes Gebäude einer vom Automobil geprägten Urbanität. Für das Wohlstandsgefährt der breiten Masse musste in den Städten Parkraum geschaffen werden. Diesen zeigte man gerne in Form von häufig wohlgestalteten Parkhäusern,...

14. Juni 2025 Oberösterreichische Nachrichten

Poesie des Unscheinbaren

Reichenau im Mühlkreis. Engagement und Begeisterung für die historische Substanz von Tp3-Architekten revitalisiert.

Karl Friedrich Schinkel sah in der Hinwendung zum Poetischen in der Baukunst das probateste Mittel, „um etwas Trockenes, Starres, das der Freiheit ermangelt“ beim Bauen zu verhindern. Poetische Qualitäten des Gebauten sprechen unser Gefühl an und erzielen Wirkungen, die wir eher anderen künstlerischen...

10. Mai 2025 Oberösterreichische Nachrichten

Baukultureller Anker

Mit dem Um- und Ausbau der Volksschule Scharnstein-Mühldorf gelang dem Büro Architekturfachgeschäft die zeitgemäße Adaption eines Ortsbild-Bausteins.

Architektonisch ist die Marktgemeinde Scharnstein kein gesegneter Ort. Ein wirkliches Zentrum fehlt und das Gemeindeleben wird von der vielbefahrenen B120 geprägt, die das Ortsgebiet durchschneidet. Umso wichtiger sind bauliche Identifikationspunkte, die aufgrund ihrer Qualität das Ortsbild stärken....

5. April 2025 Oberösterreichische Nachrichten

Mensch und Baum in der Stadt

Interview mit dem Landschaftsarchitekten Gregor Mader über das grüner werdende Linz.

Mit ihrer 2019 beschlossenen Baumpflanzoffensive geht die Stadt Linz einen bemerkenswerten Weg der dringend notwendigen Stadtbegrünung. Auslöser ist die Klimadebatte, aber es gibt auch andere Aspekte.

Im Gespräch mit dem am Programm beteiligten Landschaftsarchitekten Gregor Mader vom Linzer Büro studio blaugruen geht es um die sozialen und ästhetischen Verbesserungen, die mit einem lebendigen Stadtgrün in Linz Einzug halten.

OÖNachrichten: Wie sieht heute für Sie der ideale Stadtraum aus?

Gregor Mader: Er ist kleinteilig und vielgestaltig, grün in vielen Formen, belebt durch Mensch, Tier und Pflanze. Am Ende des Tages auch schön. Menschen sollen sich hier begegnen können, Lebendigkeit kann entstehen.

Wie beurteilen Sie die Baumpflanzoffensive der Stadt Linz?

Es ist ein großartiges, zeitgemäßes Programm, das recht breiten politischen und gesellschaftlichen Rückhalt erfährt. Man traut sich, verschiedene Herangehensweisen auszuprobieren. Wir begrünen beispielsweise das Neustadtviertel mit mehr als 50 Bäumen. Früher wurden Straßenräume oft nach rein verkehrlichen Aspekten geplant, es dominierten Parkplätze, und dazwischen gab es einen Baum. Wenn Landschaftsarchitekten ins Spiel kommen, wird es kreativer, und die Räume kriegen eine neue, attraktivere Identität. Allerdings sind wir aufgefordert, „parkplatzschonend“ zu planen.

Wie sieht dabei das Zusammenspiel von gebautem Stadtraum und Stadtgrün aus? Was muss es können?

Für mich hat Stadtraum zwei grundsätzliche Dimensionen: erstens die Gebäude und dann der Raum dazwischen. Das Grün kann den Zwischenraum beleben, aber genauso auf den Gebäuden sein. Dabei ist mir wichtig, zu betonen, dass die geplante Landschaftsarchitektur nicht nur auf das Grün reduziert ist. Wir bearbeiten den gesamten freien Raum. Das Stadtgrün ist nicht nur eine Frage des Klimawandels. Unter einem Baum herrscht nicht nur ein besseres Klima, sondern eine besondere räumliche Atmosphäre, die die Stadt positiv prägt. Und immer mehr Bürger fordern dies ein.

Kann man überall in der Stadt begrünen? Oder gibt es historische, vielleicht ästhetische Gründe, die ortsbezogen dagegen sprechen?

Ich bin der Überzeugung, dass man überall begrünen kann. Inzwischen bringt auch die Architektur neue ökologische Konzepte in die Stadt. Daneben müssen innovative soziale Räume entstehen. Mehr Menschen drängen in die Städte und die Nutzungsdichte nimmt zu, was nach Freiräumen verlangt. Wir wollen durch unsere Planungen verschiedene Funktionen in den Quartieren miteinander verbinden. Aber dies darf man nicht nur funktional sehen. Die Straße sollte der nächstgelegene „Naherholungsraum“ für die Anwohner sein.

Werden die zu pflanzenden Bäume nach ästhetischen Gesichtspunkten ausgesucht?

Bäume sind von ihrem Wuchs her sehr unterschiedlich. Dadurch ist es möglich, mit Bäumen bewusst und geplant Stadträume zu gestalten, was wir auf Grundlage angepasster Konzepte tun. So lassen sich zum Beispiel verschiedene Baumarten miteinander kombinieren, um bestimmte Wirkungen zu erzielen. Zu bedenken ist allerdings, dass es sich natürlich um Lebewesen handelt, die gerne ihre eigenen Wege gehen.

Wenn Sie von neuen Freiräumen sprechen, wie definieren Sie diesen Begriff?

Durch das Pflanzen der Bäume entsteht eine neue Räumlichkeit der Straße. Es entsteht die Inspiration, den Raum anders, vielfältiger zu nutzen. Ich sehe dies als meine wesentliche Aufgabe: Inspirationen zu schaffen. Leute sollen angeregt werden, außerhalb der gebauten Räume aktiv zu werden.

Eine demokratische Aufgabe?

Ja, man soll sich wieder begegnen. Im Neustadtviertel haben wir nicht nur Platz für die Baumwurzeln geschaffen, sondern sogenannte Multifunktionsflächen realisiert. Wir haben Module entwickelt aus einem Baum, einem Tiefbeet und einer Fläche, die funktional nicht definiert wurde. Hier kann man Aufenthaltsbereiche, Fahrradständer oder anderes unterbringen. Man kann sich spontan und niederschwellig setzen und unterhalten. Es geht um Entschleunigung jenseits der üblichen Schmuckbepflanzung. Und morgens wird man von Vogelgezwitscher geweckt.

Aktuelle Informationen zum Baumbestand in Linz, zu einzelnen Standorten und Bäumen erhält man über das Bauminformationssystem der Stadt Linz.

Zur Person

Gregor Mader (geboren 1975) studierte Landschaftsplanung an der Universität für Bodenkultur in Wien. Er plant Frei- und Grünräume unterschiedlicher Dimensionen und arbeitet mit Architekturbüros zusammen. 2019 gründete er in Linz das Büro studio blaugruen mit aktuell fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

8. März 2025 Oberösterreichische Nachrichten

Architektur im Gespräch: Verantwortlich bauen in der Zukunft

"Und was machst du so?": In der Gesprächsreihe des afo architekturforum oberösterreich spricht Werner Sobek über das Bauen von Heimat und den Klimawandel.

Das afo architekturforum oberösterreich in Linz erweitert mit seiner neuen Gesprächsreihe „Und was machst du so?“ den Horizont über bloße architektonische Fragen hinaus. Die Gäste der Reihe sind eingeladen, über gegenwärtige Aspekte und Probleme zu sprechen und sie in Beziehung zu ihrer Arbeit darzustellen. Erster Gast war am 27. Februar der international renommierte Bauingenieur und Architekt Werner Sobek. Im Anschluss ergab sich die Möglichkeit zum Interview.

OÖNachrichten: Bauen ist für Sie die Produktion von Heimat. Wie ist dies zu verstehen?

Werner Sobek: Diese Idee geht zurück auf den Philosophen Ernst Bloch und sein Werk „ Das Prinzip Hoffnung“. Das Bauen von Heimat ist für mich mehr als die Erstellung von Wohnraum. Es geht um die Schaffung eines – vielleicht auch inneren – Ortes, an dem man gerne ist, an dem man sich gut fühlt. Diese Form von Heimat kann man sogar mit sich führen, so wie ich es tue, weil ich sehr viel unterwegs bin und mir Heimweh nie leisten konnte. Andere brauchen einen konkreten Ort mit all seinen Bedeutungen und Erinnerungen.

Sie arbeiten an einer umfassenden Trilogie über das Bauen der Zukunft, von der die ersten beiden Bände bereits erschienen sind. Warum tun Sie sich das an?

Der erste Band befasst sich in umfassenden Analysen und faktenbasiert mit unserer Gegenwart vor dem Hintergrund des Klimawandels. Es ist eine globale Zustandsbeschreibung zu Aspekten der Migration, der weltweiten Ernteentwicklungen et cetera. Nach seinem Erscheinen tauchte sofort die Frage nach Lösungsperspektiven auf. Können wir noch etwas tun oder fahren wir fatalistisch gegen die Wand? Für vieles, das notwendig wäre, ist es bereits zu spät. Davon handelt Band 2. Der dritte Band wird praktische Methoden und Möglichkeiten aufzeigen, die es uns gestatten, zukünftig zufrieden zu leben. Dies im Einklang mit der Natur.

Was schlagen Sie konkret vor?

Die mit dem Bauen verbundenen Emissionen müssen reduziert werden. Dies gilt nicht nur für die Phase der Nutzung – Stichwort Heizen, sondern die Herstellung der Gebäude, die Materialien, den Umbau oder Rückbau. Wir müssen die gesamte Spanne betrachten. Was nehmen wir aus der Erde und was geben wir wieder zurück. Entscheidend in der Zukunft ist der Wiedergebrauch bzw. die Wiederverwertung der eingesetzten Ressourcen.

Warum sind für Sie die Darstellung und Analyse von Fakten so wichtig?

Weil wir auf der Basis von Fakten darstellen können, dass unser individuelles Handeln die Existenz aller anderen – leider oft negativ – beeinflusst. Die bürgerliche Grundmaxime der Zukunft muss lauten: dein Tun berührt mein Leben und umgekehrt.

Sie vertreten einen deutlich technisch orientierten Ansatz für das Lösen der mit dem Bauen verbundenen Probleme. Welche Rolle spielen dabei ästhetische oder gestalterische Fragen?

Man kann auf jeden Fall zugleich nachhaltig und wunderschön bauen. Gebäude in denen Menschen lachen und singen. Dies ist längst nicht ausreichend erforscht. Wir verfügen heute über eine Baustoffpalette und Materialien, über neue technische Möglichkeiten, die uns fast unbegrenzte Gestaltungswelten eröffnen. Nur wer seine gebaute Umwelt liebt, wird sie nicht zerstören.

Ergeben Ihre vielen Bemühungen gegen den Klimawandel noch Sinn, wenn man die politische Entwicklung, etwa in den USA, betrachtet?

Die aktuellen Aussagen der Trump-Regierung offenbaren Tendenzen, die keine Überraschung sind. Der Unterschied zu früher: jetzt werden machtpolitische Dinge offen ausgesprochen, die längst Realität waren, aber hinter dem Vorhang verborgen blieben. All dies wird signifikante politische, gesellschaftliche und finanzielle Auswirkungen haben. Dagegen müssen wir – auch mit Architektur – antreten. Mit ihr gestalten wir unser tägliches Leben und unsere sozialen Verhältnisse, sie ist essentieller Teil der Lösung. Die Arbeit macht also Sinn.

Zur Person

Werner Sobek (*1953) ist Architekt und Ingenieur, als Nachfolger von Frei Otto Gründer des Instituts für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart, gleichzeitig war er Professor am Illinois Institute of Technology in Chicago; zahlreiche Dozenturen und Gastprofessuren. Er ist u.a. Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Er gründete und leitet die weltweit tätige Werner Sobek AG mit Standorten u.a. in Berlin, Dubai, Istanbul, New York, Stuttgart, Wien.

8. Februar 2025 Oberösterreichische Nachrichten

Raumwunder des Wissens

An der JKU wurde von querkraft ein Lehr- und Lerngebäude geplant, das faszinierende Rauminszenierung mit funktionalen Bereichen zu einer attraktiven Synthese vereint

Betritt man das neue Gebäude House of Schools (HOS), das von der Business School der Linzer JKU (Kepler-Universität) genutzt wird, durch den Haupteingang auf der Nordseite, eröffnet sich ein zunächst verwirrender Blick in ein monumentales Atrium. Ein großflächig durchlichtetes, leicht geneigtes Glasdach...

21. Dezember 2024 Oberösterreichische Nachrichten

Ein Raum im Dazwischen

In der Pfarrkirche von Offenhausen schuf Arnold Reinthaler einen Kapellenraum, dessen sensible Gestaltung der Leere Konzentration und Kontemplation ermöglicht.

Weihnachten lädt – auch die Architekturkritik – dazu ein, ein paar Gedanken zu fassen, die zumindest zeitweise wegführen von den krisengeschüttelten Realitäten unserer Gegenwart. Können Räume dabei helfen? Die klare Antwort lautet: Ja!

Im Rahmen der 2023 durchgeführten, dringend notwendig gewordenen...

30. November 2024 Oberösterreichische Nachrichten

Präzis gebautes „Werkstück“

Für SFK entwarf das Büro heri&salli aus Wien eine neue Zentrale, deren ungewöhnliche Ästhetik durch den Entwurf und die Güte der Realisierung überzeugt

Zu den Errungenschaften der Moderne gehört, die Architektur vom Zwang, bestimmte Stile anzuwenden, befreit zu haben. Einer der Wege, die dabei beschritten wurden, war die Emanzipation der Konstruktion als gleichberechtigter Träger architektonischer Bedeutung. Konstruktion als Bedeutungsträger, vielleicht sogar als Kunst in einem ästhetischen Sinn?

Dieser Gedanke mag zunächst ungewöhnlich erscheinen, hat die Konstruktion nach landläufiger Auffassung wohl eher eine dienende Funktion für das Bauen. Was jedoch damit gemeint ist, lässt sich aktuell an einem ungewöhnlichen Beispiel in Oberösterreich bestens studieren.

Beim vom Wiener Architekturbüro heri&salli (Heribert Wolfmayr und Josef Saller) in Kirchham (Bezirk Gmunden) geplanten Verwaltungsbau für die Firma SFK wird die Konstruktion durch ihre Gestaltung tatsächlich zum Hauptmoment der künstlerisch-ästhetischen Form des Gebäudes. Damit entspricht der Bau nicht nur einer lang gepflegten Grundauffassung des Wiener Büros. Er folgt auch der Firmenphilosophie von SFK.

Aus dem Tischlerhandwerk kommend, hat sich der Familienbetrieb zu einem Unternehmen entwickelt, das präzise und hochwertige Holz- und Frästechnologien in unterschiedlichen Anwendungsbereichen anbietet. Es verwundert deshalb nicht, dass Entwurf, Detailplanung und Ausführung nicht nur in enger Abstimmung der Entwerfer mit der Bauherrenschaft durchgeführt wurden. Die Errichtung selbst lag weitgehend in den Händen von SFK. Und natürlich: Das realisierte Bauwerk ist ein veritables Aushängeschild und „Musterstück“ für die Firma.

Struktur, Plastizität – Einheit

Blickt man von außen auf das Gebäude, so fällt auf den ersten Blick die Betonung der architektonischen Struktur durch die plastisch ausgeführten Stützen auf. Diese tragen und gliedern nicht nur den dreigeschoßigen Bau, sie rahmen die geschoßhohen, breiten Fensterflächen, die ungewöhnlich tief in die Fassaden eingebettet sind. Fast erscheint dies als eine Reminiszenz an strukturalistische Bauten der 1960er/70er-Jahre, allerdings ist die Ausführung in Kirchham deutlich feiner, der Eindruck glatter und perfekter.

Die mit konisch geformten Faserzementplatten verkleideten Stützen geben den Fassaden einen verhalten technoiden, dynamischen Ausdruck. Das Gebäudevolumen wird vom völlig gleichmäßigen Konstruktionsraster wie ein hochwertiger architektonischer Schmuckkasten umfangen. Dabei steht das plastisch-graue Raster mit den großen, glattspiegelnden Fensterflächen in einem reizvollen Spannungsverhältnis. Die großen Fenster sorgen im Inneren für eine lichtvolle, arbeitsfreundliche Atmosphäre.

Freigespielte Innenräume

Nicht nur die Fenster, auch die innen ausgeführte Form der tragenden Stützen schafft eine ästhetisch überzeugende Verbindung von außen und innen. Auf der Innenseite wird der konische Stützengrundriss aufgenommen und in Beton ausgeführt. Neben den Fenstern nimmt die Tragstruktur auch alle technisch notwendigen Vorrichtungen (z.B. die seitliche Führung der Jalousien) auf. Entsprechend den funktionalen Erfordernissen und der beabsichtigten Wirkung ist die Ausführungsqualität außergewöhnlich hoch. Im Inneren ist das Bauwerk auf eine möglichst freie Disposition des Grundrisses ausgelegt. Entsprechend vielgestaltig und atmosphärisch differenziert ist das funktional orientierte Raumangebot. Die Materialien Holz, Glas und Metall werden zu einer modernen, Durch- und Einblicke erlaubenden, organischen Einheit verbunden.

Eine besondere Anmutung besitzt die Haupttreppe, deren skulpturale Gestaltung die Gesamtwirkung des Inneren maßgeblich mitbestimmt. Insgesamt wird ein erheblicher gestalterischer und räumlicher Aufwand betrieben, der allerdings nicht in eine zweckfreie, auf bloßen Effekt zielende Überinszenierung mündet. Ratio, Funktion und Raum bilden ein – teilweise kontrastreiches – harmonisches Ganzes.

Eindrucksvoll belegt das SFK-Gebäude in Kirchham die an dieser Stelle schon mehrfach geäußerte Gewissheit, dass für die positive, spannungsreiche Wirkung von Architektur nicht nur der große Gesamtentwurf, sondern auch die sorgfältige Gestaltung und Ausführung der Einzelformen und Details große Bedeutung haben. Beides wurde in Kirchham zu einer faszinierenden Symbiose.

30. November 2024 Oberösterreichische Nachrichten

Präzis gebautes „Werkstück“

Für SFK entwarf das Büro heri&salli aus Wien eine neue Zentrale, deren ungewöhnliche Ästhetik durch den Entwurf und die Güte der Realisierung überzeugt

Zu den Errungenschaften der Moderne gehört, die Architektur vom Zwang, bestimmte Stile anzuwenden, befreit zu haben. Einer der Wege, die dabei beschritten wurden, war die Emanzipation der Konstruktion als gleichberechtigter Träger architektonischer Bedeutung. Konstruktion als Bedeutungsträger, vielleicht...

1. November 2024 Oberösterreichische Nachrichten

Schule und Schloss

Der zeitgenössische Schulbau Österreichs genießt aufgrund seiner Qualität und der Ernsthaftigkeit, mit der die Planung und die Realisierung dieser Bauaufgabe betrieben werden, einiges Ansehen über die Grenzen des Landes hinweg. Man ist durchaus experimentierfreudig, neue und alternative Konzepte werden...

6. Oktober 2024 Oberösterreichische Nachrichten

Von Häusern, Städten und Raketen

Interview mit der Linzer Architektin Birgit Kornmüller über den Wert alter Substanz, den architektonischen Blick in alle Richtungen und ideale städtische Räume

Birgit Kornmüller führt gemeinsam mit Gerald Zehetner das 2010 in Linz gegründete Büro Bogenfeld Architektur mit aktuell zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ein Schwerpunkt des Teams liegt auf dem Bauen im Bestand. Kornmüller studierte in Graz Architektur und ist unter anderem Vorstandsmitglied der...

31. August 2024 Oberösterreichische Nachrichten

Das hohe Schwarze

In Hagenberg entstand 2023 ein Einfamilienhaus, das gewohnte Bauformen auf dem Land neu denkt und um überraschende Nuancen erweitert.

Dass Architekten ihre modernistischen Wohnhäuser gerne für die Kundschaft entwerfen, jedoch selbst am liebsten in schick renovierten, urbanen Altbauwohnungen leben, ist ein lang gehegtes Klischee. Sicher, an Klischees ist manches wahr. Doch bis heute kennt die Baugeschichte der Moderne viele faszinierende...

27. Juli 2024 Oberösterreichische Nachrichten

Architektur als Landschaft

Kollerschlag. Die Büros Arkform und Tomhimmelgrün realisierten für Loxone einen aufwendigen IT-Campus, der die Symbiose mit der Landschaft sucht.

Architektur und Landschaft. Häufig werden diese beiden Begriffe als schwer vereinbarer Gegensatz wahrgenommen. Architektur verdrängt Landschaft, verbraucht Flächen, ist häufig Fremdkörper im Landschaftsfluss. Besonders schmerzlich wird dies an Ortsrändern bewusst, die von maßstäblich unpassenden Gewerbearealen...

23. März 2024 Oberösterreichische Nachrichten

Die Siegerprojekte des Daidalos 2024

Aus 75 Einreichungen setzten sich ein Umbau in der Linzer Tabakfabrik, die neue Talstation der Schafbergbahn in St. Wolfgang und die sensible Adaption der historischen Linzer Tuchfabrik durch

Jeder Daidalos ist anders. Dies zeigte bereits die erste Durchsicht der 2024 eingereichten Projekte. Das Bewerberfeld war breiter als beim Wettbewerb 2022, die Spanne der Bauaufgaben und -ideen vielfältiger. Insgesamt präsentierte sich eine lebendige oberösterreichische Architekturszene, die verantwortungsvoll...

9. März 2024 Oberösterreichische Nachrichten

Daidalos-Nominierungen: Gelebte und erlebte Baukultur für alle

Oberösterreichs Architekturpreis Daidalos: Für den Sonderpreis "Bewährte Bauten" wählte die Jury aus den eingereichten Projekten vier Nominierte aus.

Mit der Rückschau auf mindestens zehn Jahre bestehende Bauten in Oberösterreich bietet der oberösterreichische Architekturwettbewerb Daidalos eine außergewöhnliche Preiskategorie. Nicht die aktuelle, vielleicht spektakuläre Architekturleistung steht bei ihr im Vordergrund. Stattdessen gilt es, den Blick...

5. Februar 2022 Oberösterreichische Nachrichten

Eine Piazza für die Wissenschaft

Unter Federführung des Büros "Lorenzateliers" wurden die überzeugenden Neubauten der Linzer Fakultät für Medizin fertiggestellt.

Es gibt Gebäude und Ensembles, deren Qualitäten nach ihrer Fertigstellung eine unmittelbare Selbstverständlichkeit besitzen, die den Gedanken an eine andere Lösung vergessen lassen. Zu diesen gehört die aus Verwaltungsgebäude, Labor- und Forschungsgebäude, Lehrgebäude und Bibliothek mit Learning Center...

3. Juli 2021 Oberösterreichische Nachrichten

Moderate Moderne in „Opa’s House“

Der „Genius Loci“ eines durch die Familiengeschichte geprägten Hauses nahe Wels sollte erhalten werden. Eine sensible bauliche Ergänzung steigert die Wohnqualität.

21. März 2021 Oberösterreichische Nachrichten

Poetische Transparenz

In Kremstal schuf das Dornbirner Büro Berktold Weber Architekten ein ökologisch optimiertes Einfamilienhaus, das vielfältige Innen- und Außenraumbezüge gestaltet.

Offene Grundrisse und fließende Räume gehören seit rund 100 Jahren zum gestalterischen Repertoire der Architektur. Vorreiter wie Ludwig Mies van der Rohe (1886–1969) propagierten die Idee, dass die Wohnbereiche und -funktionen in einem räumlichen Kontinuum miteinander verbunden werden sollten. Die starre...

20. Februar 2021 Oberösterreichische Nachrichten

Eine Tenne gegen den Trend

In Schlüßlberg gestaltete das Linzer Büro MUH (Moser und Hager Architekten) ein historisches Bauernhaus zum qualitätsvollen Mehrgenerationenhaus.

Das Verhältnis österreichischer Architekten zum ländlichen Bauen ist seit dem Beginn der Moderne kompliziert und widersprüchlich. Bereits um 1900 wurde das Bauernhaus zu einer Quelle der Inspiration und stand nicht in Widerspruch zur angestrebten Modernität eines Josef Hoffmann oder Adolf Loos. Man erkannte...