Bauwerk

Wohnpark Sandgrubenweg
Wolfgang Ritsch Architekten, Helmut Kuess, Gerhard Hörburger, Norbert Schweitzer - Bregenz (A) - 2006
Wohnpark Sandgrubenweg, Foto: Bruno Klomfar
Wohnpark Sandgrubenweg, Foto: Bruno Klomfar
02. März 2008 - Az W

Die Rhomberg Bau GmbH hatte vor einigen Jahren ein Forschungsprojekt mit dem Titel „inkl.wohnen“ in Auftrag gegeben, das sich mit Fragen der Nachhaltigkeit im Geschosswohnungsbau, den damit zusammenhängenden ökonomischen Faktoren, sowie mit unterschiedlichen Nutzerbedürfnissen auseinander setzte. Ziel des Pilotprojektes „Wohnpark Sandgrubenweg“ war es, die Qualitäten eines Einfamilienhauses im Rahmen des Geschosswohnbaus umzusetzen.

Als Baugrund stand ein längliches Grundstück am Rande des Werksgeländes eines Textilherstellers zur Verfügung, das im Norden durch einen Laubwald begrenzt wird. Die Positionierung der vier organisch geformten Baukörper mit insgesamt 76 Wohnungen ergab sich aus einem Zusammenspiel von Topographie, Lichteinfall und Aspekten der Geomantie. Ausgehend von der formalen Figur von sich überschneidenden Wellen wurde die Geometrie der viergeschossigen Trakte und ihre beschattungsfreie Stellung zueinander spielerisch festgelegt.

Die in Mischbaubauweise errichteten Gebäude (Stahlbeton-Skelett, Stahlbetondecken, tragende Hauptbauteile Stahlbetonstützen, nichttragende, vorgefertigte Holzelemente als Außenwände) bieten maximale Variabilität in der Grundrissgestaltung durch nichttragende Wohnungstrennwände aus fünffach beplanktem Gipskarton. Umlaufende Terrassenbänder gliedern die Baukörper in der Horizontalen, hinter den rostroten Sonnenschutz-Lochblechen kommt das naturbelassene Holz der Lärchenfassade zum Vorschein.

Die künftigen Wohnungseigentümer waren schon sehr früh in den Planungsprozess integriert, mithilfe eines „Bestellplans“ konnten wesentliche Ausstattungsfragen und -kosten punktgenau festgelegt und in den Ausführungsplan eingearbeitet werden. Jedes der vier Häuser wird über eine einläufige Treppe erschlossen, es gibt fünf Wohneinheiten pro Geschoss (drei kleinere an der Längsseite, zwei größere an den Schmalseiten), die in der Größe zwischen 55 und 100 m2 variieren. Nach Abschluss der ersten Bauetappe (Bauteil C und D) sollen nun in diesem Jahr die Bauteile A und B realisiert werden. (Text: Gabriele Kaiser)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at