Bauwerk

MISS SARGFABRIK
BKK-3 - Wien (A) - 2000
MISS SARGFABRIK, Foto: Hertha Hurnaus
MISS SARGFABRIK, Foto: Hertha Hurnaus
31. Juli 2001 - Az W

Das Projekt MISS SARGFABRIK ist die Erweiterung des bestehenden Wohnheims Goldschlagstraße / Matznergasse, des größten selbstinitiierten und selbstverwalteten Wohn- und Kulturprojekts Österreichs, der „Sargfabrik“.
MISS SARGFABRIK ist sowohl in konzeptiver, planerischer, gestalterischer und typologischer Hinsicht als auch im Hinblick auf Bauökonomie, Bautechnik und Umweltstandards eine konsequente Weiterführung des bestehenden Wohnprojektes. Auf der zur Missingdorfstraße zugewandten Fassade spiegelt sich durch die geknickten Fensterbänder das Innenleben des Gebäudes wieder: die schrägen Geschossdecken werden nach außen hin sichtbar. Das Raumerlebnis der Atelierwohnungen ist durch Deckenschrägen geprägt - die Deckenschräge des einen Stockwerks entspricht jeweils der Fußbodenschräge der nächsten Etage.

Der einheitliche Baukörper in frischem Orange hat keine Trennung zwischen Fassade und Dach, der Putz reicht bis an den Horizont. Aufgrund der durchgängigen Fensterbänder scheint die Fassade des viergeschossigen Baus wie quergestreift.

Das Raumerlebnis im Inneren des Gebäudes wird durch eine ebenso sinnvolle, wie einfache Idee erreicht. Die Wände zwischen den Wohnungen sind geknickt, sodass jeweils zwei unterschiedliche Raumkonfigurationen entstehen: eine mit erweiterter Wohnungsmitte, eine andere „Extrovertierte“ mit größerer Öffnung zur Fassade hin. Hinzu kommen noch die unterschiedlichen Raumhöhen in den einzelnen Wohnungen, so dass auch schräge Ebenen eingezogen werden können. Bei den größeren Wohnungen erhöht sich der räumliche Reichtum weiter; dort gibt es auch Galerien und zwei Wohngeschosse. Keine Wohnung gleicht der anderen.

Nur eines haben alle Wohnungen gemeinsam. Durch die unorthodoxe Raumaufteilung und die Fenster, die sich jeweils über die gesamte Außenfront ziehen, wirken sie größer als sie sind. Zusätzlich zu den bereits bestehenden gemeinschaftlichen und (teil)öffentlichen Einrichtungen wie Kindergarten, Badehaus, Seminarräume, Veranstaltungssaal, Café-Restaurant, Gästewohnung kommen im Wohnheim Missindorfstraße ein „Clubraum“ - vor allem für Jugendliche -, Bibliotheks-, Lese- und Medienraum, Gemeinschaftsküche mit Essplatz und die Waschküche hinzu.

Dem wachsenden Bedarf an Möglichkeiten, Wohnen und Arbeiten zu verbinden, soll auch hier gerecht werden; daher wurden fünf Wohneinheiten im Erdgeschoss mit Ateliercharakter als „Home Office“ und Telearbeitsplätze, welche direkt angrenzend an den gemeinschaftlichen Bibliotheks- und Medienbereich situiert sind, ausgeführt. Zurecht wurde diesem Bau der Architekturpreis der Österreichischen Zementindustrie zuerkannt.

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at

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