Zeitschrift

TEC21 2007|15
Kulturgut Wettbewerbe
TEC21 2007|15
TEC21 2007|15
zur Zeitschrift: TEC21
Verlag: Verlags-AG
Editorial

Die Geschichte der Architektur- und Ingenieurwettbewerbe ist bislang kaum dokumentiert und wissenschaftlich erforscht. Die jährlich über 200 in der Schweiz durchgeführten klassischen Wettbewerbe lassen ein enormes Material und Wissen über Bauprojekte entstehen, das jedoch nur schwer zugänglich ist. Dies will die neu gegründete Stiftung des SIA «Forschung Planungswettbewerbe» mit einer Datenbank und Forschungsprojekten rund um das Thema Planungswettbewerbe ändern und für die Zukunft nutzen. Die Analysen und Aufarbeitungen der Wettbewerbe und ihrer Verfahren können so langfristig Einfluss auf die aktuelle Wettbewerbsgestaltung nehmen.

Systematische Auswertungen ermöglichen zum einen den inhaltlichen Vergleich von Wettbewerben über einen längeren Zeitraum. Daraus lassen sich Tendenzen ablesen, die zeitgebunden sind oder von der wirtschaftlichen Konjunktur abhängen bzw. den immer komplexer werdenden Wettbewerbsvorgaben gerecht zu werden versuchen.
Zum anderen aber geht es bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung auch um das Wissen über die Verfahren selbst: Welche Modalitäten der Durchführung haben in welchem Fall zu welchem Resultat geführt? Welche Kosten sind dabei den Organisatoren und den Teilnehmenden entstanden? Wo liegen Stolpersteine, und welche Tendenzen in der Rechtsprechung sind erkennbar? Aus diesen Recherchen müssen veränderte Bedürfnisse und Entwicklungstendenzen erkannt und die Modalitäten der Planungswettbewerbe angepasst werden, wie es auch Fritz Schumacher in seinem Gespräch über die «hybriden Verfahren» in diesem Heft fordert.

Dass Wettbewerbsprojekte auch verschiedene städtebauliche Szenarien veranschaulichen und es erlauben, ein Bauprojekt und seinen Kontext im Variantenvergleich beurteilen zu können, erläutert Andreas Tönnesmann anhand historisch relevanter Bauten. Deswegen können die Lösungsfindungen der Wettbewerbe als eigentliche angewandte Forschung im Bauen gelten. Wie der Bauingenieur daran Teil haben kann und in Zusammenarbeit mit dem Architekten die besten Ergebnisse erzielt, wenn er frühzeitig in den Wettbewerb einbezogen wird, zeigt Jürg Conzett anhand von vier Beispielen. Viele offene Fragen und Themen in Zusammenhang mit Wettbwerben werden auch in Zukunft in TEC21 diskutiert werden: Hierzu gehört z.B. die Frage, ob und welchen wirtschaftlichen Nutzen Wettbewerbe bei der Erstellung eines Projektes haben können. Eine deutsche Studie, die Ernst Karsten Kümmerle am Gründungssymposium zu diesem Thema vorstellte, kommt in einem späteren Heft zur Sprache.

Unbestritten sind die volkswirtschaftliche Relevanz der Wettbewerbsanalysen und -vergleiche sowie ihr hoher beruflicher Nutzen und die Forschungsarbeit. Das gesammelte
und ausgewertete Wissen für die Gestaltung unseres Lebensraumes einzusetzen ist das erklärte Ziel der Stiftung des SIA. Erfreulicherweise beteiligen sich zu diesem Zweck neben der Verlags-AG alle namhaften Lehrinstitutionen und Behörden an der Stiftung und unterstützen mit ihrem Wissen und Engagement die Forschung am Planungswettbewerb.
Lilian Pfaff

WETTBEWERBE
Neue Ausschreibungen / Lausanne: weder Spital noch Heim / Zürich: Bäume für den Vulkanplatz / Visp: abgespeckt / Arlesheim: dichte Massstäblichkeit

MAGAZIN
Leserbriefe / Kurzmeldungen

DIE SCHÖNE KUNST DES WETTBEWERBS
Andreas Tönnesmann
Architekturwettbewerbe, die in die Geschichte eingingen, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Architektur leisteten, machen deutlich, wie wichtig die Archivierung der Wettbewerbe ist.

BAUINGENIEURWETTBEWERB IM HOCHBAU
Jürg Conzett
Der Autor plädiert für den Bauingenieurwettbewerb im Hochbau und zeigt anhand von vier Beispielen, wie der zwischen Team-Wettbewerb und Submissionsverfahren mit Konzepteingabe angesiedelte Wettbewerb aussehen kann.

«HYBRIDE VERFAHREN»
Interview mit Fritz Schumacher
Der klassische Projektwettbewerb wird heute durch diverse Kombinationsverfahren abgelöst. Welche dieser Verfahren sich für welche Aufgaben eignen, erläutert der Kantonsbaumeister von Basel-Stadt im Gespräch.

SIA
Direktion: Schwerpunkte für 2007/2008 / Qualitätsmanagement als Daueraufgabe / Recht: Meteorwasser im Kellergeschoss

PRODUKTE

IMPRESSUM

VERANSTALTUNGEN

teilen auf

Weiterführende Links:
Verlags-AG der akademischen technischen Vereine

Tools: