Zeitschrift

TEC21 2012|17
Durchmesserlinie 1
TEC21 2012|17
zur Zeitschrift: TEC21
Verlag: Verlags-AG
1. Januar 2016: Der Intercity St. Gallen – Genf flitzt in Zürich Oerlikon vorbei. Auf der rechten Seite das neue Wohn- und Arbeitsquartier, wo nur noch wenige Zeugen aus der Industriezeit übrig geblieben sind. So etwa das Verwaltungsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon, das im Mai 2012 um 60 Meter verschoben wurde, um zwei neuen Gleisen Platz zu schaffen. Auf der linken Seite erhebt sich eine bis zu 35 Meter hohe und zum Teil überhängende Stützmauer, bevor der Zug im Weinbergtunnel verschwindet, um anschliessend im Bahnhof Löwenstrasse unter dem Hauptbahnhof Zürich ­einen kurzen Halt einzulegen. Wieder am Tageslicht, fährt der Zug zuerst über die Kohlendreieckbrücke und schliesslich über die auf 23 Pfeilern liegende Letzigrabenbrücke mit bis zu 120 km / h Richtung Westen der Abendsonne entgegen.

Die Durchmesserlinie schafft eine neue Verbindung zwischen Zürich Oerlikon und dem Hauptbahnhof. Roland Kobel, der Gesamtprojektleiter der Durchmesserlinie, berichtet im Gespräch mit TEC21 über die besonderen Herausforderungen dieses Infrastrukturprojektes («Ein Bekenntnis zum öffentlichen Verkehr»). Trotz komplexer Logistik und enger Platzverhältnisse schreiten die Arbeiten planmässig voran.

Bei der Durchmesserlinie handelt es sich um die zurzeit grösste innerstädtische Baustelle der Schweiz. Die Arbeiten erfolgen bei laufendem Betrieb – eine äusserst anspruchsvolle Angelegenheit, frequentieren an einem normalen Tag doch über 300 000 Personen den Zürcher Hauptbahnhof. Für 2025 gehen die Prognosen von deutlich mehr als 500 000 Personen aus. Der neue Durchgangsbahnhof Löwenstrasse soll ­mithelfen, dieses Wachstum aufzufangen («Der Bau des Bahnhofs Löwenstrasse»).

Bereits jetzt kündigen sich die nächsten Engpässe im Schienennetz an. Den Zürchern liegt vor allem der Brüttenertunnel zwischen dem Flughafen und Winterthur am Herzen. Die SBB möchten jedoch zuerst das Nadelöhr zwischen Aarau und Zürich entschärfen. Und bei ihrem Besuch kurz vor Ostern auf der Baustelle der Durchmesser­linie sagte Bundesrätin Doris Leuthard gegenüber der NZZ, dass beim Ausbau des Schienennetzes als Nächstes die Westschweiz an der Reihe sei.
TEC21 wird in nächster Zeit über weitere Bauwerke der Durchmesserlinie – etwa die beiden Brücken zwischen dem Hauptbahnhof und Zürich Altstetten – berichten.

Lukas Denzler, Daniela Dietsche

In eigener Sache: Dieser Ausgabe von TEC21 ist der Flyer «Bauingenieurin/Bauingenieur – ein Beruf mit tausend Möglichkeiten» beigelegt. Wir haben ihn entworfen und produziert, um jungen Menschen unsere Faszination für die Ingenieurwissenschaft zu vermitteln. Er wird an Berufsmessen und Berufsberatungsstellen aufgelegt und soll dazu beitragen, den Mangel an Nachwuchskräften zu lindern.

05 WETTBEWERBE
Brown Boveri-Platz in Baden | Neues Gemeindehaus Merenschwand

11 PERSÖNLICH
Bruno Giacometti, 1907–  2012 | Leserbrief

12 MAGAZIN
Moderat transparente Stadtmarke | Perfek­tionierter Minimalismus | Höher bauen ­im Thurgau | Kurzmeldungen | Umweltfreundliche Mobilität fördern

20 «EIN BEKENNTNIS ZUM ÖFFENTLICHEN VERKEHR»
Daniela Dietsche, Lukas Denzler
Mit der Durchmesserlinie in Zürich verkürzen sich die Fahrzeiten auf der West-Ost-Achse des Schweizer Schienennetzes. Roland Kobel, Gesamtprojektleiter bei den SBB für die Durchmesserlinie, äussert sich im Gespräch mit TEC21 zur Geschichte und den Herausforderungen dieses Infrastrukturprojektes.

25 DER BAU DES BAHNHOFS LÖWENSTRASSE
Max Bösch
Mit dem neuen unterirdischen viergleisigen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse – dem Herzstück der Durchmesser­linie – wird die Kapazität des Zürcher Hauptbahnhofs um ein Drittel erhöht.

31 SIA
Gedanken zur Nord-Süd-Transversale

35 PRODUKTE

45 IMPRESSUM

46 VERANSTALTUNGEN

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Verlags-AG der akademischen technischen Vereine

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