Bauwerk

Volksschule Absam Dorf
Schenker Salvi Weber - Absam (A) - 2016
Volksschule Absam Dorf, Foto: Bengt Stiller
Volksschule Absam Dorf, Foto: Bengt Stiller

Am nordwestlichen Rand von Absam, in unmittelbarer Nähe von Kirche und Friedhof befindet sich das über 100 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Volksschule Absam Dorf. Direkt daneben waren Kindergarten und Musikschule in einem aus den späten 1970er Jahren stammenden Mehrzweckgebäude untergebracht, das sich in sehr schlechtem Zustand befand und entweder generalsaniert oder durch einen Neubau ersetzt werden sollte. Dazu wurde von der Gemeinde ein Realisierungswettbewerb ausgeschrieben, über den außerdem eine Lösung für eine neue Turn- und Sporthalle gesucht wurde.

Die Wettbewerbsgewinner Schenker Salvi Weber verlegten – als einzige der TeilnehmerInnen – das große Volumen der Dreifachturnhalle unter die Erde, platzierten darüber einen zweigeschossigen Neubau in Holzbauweise für Kindergarten und Kinderkrippe und adaptierten das Dachgeschoss der Volksschule für die Musikschule. Damit konnte ein in seinem Volumen an den dörflichen Maßstab angepasster Neubau entstehen, der sich auch durch die Ausführung mit einer Kratzputzfassade ins historische Dorfbild einfügt. Die alte Volksschule und der neue Kindergarten umfassen einen großzügigen geschützten Pausenhof, der über eine westlich der Schule situierte Freitreppe mit der Straße verbunden ist.

Für Kinderkrippe und Kindergarten wurde auf zwei Geschossen eine fließende Spiel- und Lernlandschaft mit Nischen, Gemeinschaftsflächen, offenen und intimen Raumsequenzen konzipiert, die mittels Vorhängen und Schiebetüren auch flexibel veränderbar ist. Das Zentrum bildet eine breite Treppe mit umlaufender Galerie, die in den gemeinsamen Speisebereich übergeht. An diesen großen und hellen Gemeinschaftsraum angedockt liegen 8 Gruppenräume. Fenster unterschiedlichster Größe mit tiefen Laibungen, in denen man sitzen kann, bieten gerahmte Ausblicke auf den verschiedenen Augenhöhen der Kinder. Die helle und freundliche Atmosphäre wird unterstützt durch ein dezentes Material- und Farbkonzept, zum Einsatz kamen u. a. Eichenholz für alle Einbauten und Böden sowie helle Holzwolle-Akustikdecken.

Die 44 x 22 m große Dreifachturnhalle ist in Sichtbeton ausgeführt, Wände und Böden wurden mit Holz ausgekleidet. Die Erschließung erfolgt zum einen von der Volksschule aus über einen unterirdischen Gang, zum anderen – für die Nutzung durch Vereine – über einen getrennten Zugang am Platz. An der Längsseite der umlaufenden Galerie befindet sich die Zuschauertribüne, direkt darüber das über die gesamte Länge gehende Oberlichtband, über das die Halle Tageslicht und Sichtbezug nach außen erhält. Als besondere Attraktion für größere Kinder gibt es einen 20 m hohen Kletterschacht, der von der untersten Ebene bis hinauf in den Kindergarten führt.

Für die Musikschule wurde das Dachgeschoss der Volksschule adaptiert. Ein großer Vortragsraum und sechs Übungsräume wurden unter dem offen gelegten Walmdach untergebracht, belichtet über eine ineinander gesteckte Oberlichtstruktur. Eichenholz kombiniert mit dem weiß gestrichenen Dachstuhl und der akustisch wirksamen, weiß lasierten Lattenverkleidung trägt dazu bei, dass auch die kleinen Räume großzügig wirken. (Text: Claudia Wedekind)

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Für den Beitrag verantwortlich: aut. architektur und tirol

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