Bauwerk

Schule Schendlingen
Matthias Bär, Bernd Riegger, Querformat - Bregenz (A) - 2017
Schule Schendlingen, Foto: Adolf Bereuter
23. Juli 2019 - vai
Das neue Schulgebäude bildet mit der bestehenden Sporthalle ein neues Ensemble im Bregenzer Stadtteil Vorkloster-Rieden. Innerhalb der monotonen Siedlungs- und Nutzungsstruktur des Wohngebiets funktioniert die Schule als öffentliches Quartierszentrum, als vielfältig nutzbarer Kern für unterschiedlichste Anforderungen und Bedürfnisse.

Der zweischalige Sichtbetonbau ist räumlich flexibel und nutzungsoffen strukturiert. Von den Architekten als prototypische Lösung für die duale Organisation der gemeinsamen Schule im Altersbereich der Volks- und Mittelschule verstanden, erlaubt die kompakte „Schulmaschine“ hohe Dichte, vielfältige Nachbarschaften und Synergien. Innenhöfe bringen Tageslicht ins Gebäudeinnere und fördern durch zahlreiche Sichtachsen den erforderlichen Austausch zwischen den Departments. Durch die Möglichkeiten zum vertikalen bzw. altersübergreifenden Unterricht ergeben sich individuelle Entwicklungs- und Lernpotenziale für die Schüler.

Sämtliche Abteilungen sind direkt an die Aula als Kern und Verteiler im Gebäude angebunden. Die gute Vernetzung und die kurzen Wege unterstützen die pädagogische Arbeit. Besondere Sorgfalt wurde auf die Organisation der acht autonomen Cluster als Grundlage für die Umsetzung des innovativen pädagogischen Konzepts gelegt. Gute Tageslichtqualität, enge innen- und außenräumliche Beziehungen und wohnliche Atmosphäre zeichnen diese Bereiche aus.

Ein Großteil des Hauses wird „von Raum zu Raum“ in unmittelbarer Folge erreicht. Die wenigen Erschließungszonen sind großzügig dimensioniert, haben Sicht- und Außenbeziehungen und sind dank sorgfältiger Brandschutzplanung auch als Aufenthaltsflächen nutzbar. Der Anteil an multifunktionalem Raum („White Space“) ist dementsprechend hoch. Die fließende Grundrissstruktur erlaubt an den meisten Standorten Sichtbeziehungen durch das gesamte Gebäude. Räumlicher Halt und Atmosphäre werden durch eine „wandunabhängige“ Zonierung erzeugt: durch differenzierte Lichtsituationen, unterschiedliche Materialisierung und Texturierung, semitransparente Screens als gestaltbare Wände und haubenartige Raumfassungen von oben. Die hängenden Akustik-Baffles in den Clusterzonen wurden von den Architekten eigens entwickelt. Bei der Materialisierung – unbehandelte und rohe Baustoffe wie Sichtbeton, Esche sägerau, Weißtanne, Filz, Glas – wurde auf optimales Luft- und Raumklima wie ökologische Nachhaltigkeit geachtet. (Text: Tobias Hagleitner nach einem Text der Architekten)

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Für den Beitrag verantwortlich: Vorarlberger Architektur Institut

Ansprechpartner:in für diese Seite: Verena Konradvk[at]v-a-i.at