Bauwerk

Wohnbau Seestadt Aspern (D16, D17)
Baumschlager Hutter Partners - Wien (A) - 2015
Wohnbau Seestadt Aspern (D16, D17), Foto: Daniel Hawelka
Wohnbau Seestadt Aspern (D16, D17), Foto: Michael Nagl
Wohnbau Seestadt Aspern (D16, D17), Foto: Michael Nagl
21. September 2016 - Az W

Die Wohnhausanlage besteht aus einer Reihe von vier Punkthäusern. Der Typus des Punkthauses ermöglicht mit seiner Kompaktheit das bestmögliche Verhältnis von Außenfläche zu Gesamtkubatur und Nutzfläche und bietet eine hohe Anzahl von attraktiven Eckwohnungen. Zudem eröffnen die Punkthäuser Durchblicke. Es entsteht eine Verschränkung des Quartiers mit den angrenzenden Grünbereichen. Der Entwurf versteht sich im Kontext eines größeren Ganzen: Die Baufelder J1, J7, D1, D3, D6, D7, D11 bilden eine „Perlenkette“ in der Seestadt.

Entsprechend der übergeordneten Quartiersplanung für die „Seestadt Aspern“ verfügt die Wohnhausanlage über keine Garage am eigenen Grundstück. Die Stellplätze für die Punkthäuser befinden sich in fußläufiger Distanz am Bauplatz D12. Diese neue Strategie stellt für BewohnerInnen eine Unbequemlichkeit dar, zugleich fördert der Fußweg die gelebte Nachbarschaft im Quartier, denn am Weg von der Wohnung zum Auto bieten sich Möglichkeiten für Begegnungen.

Die Hauseingänge sind klar erkennbar, akzentuiert durch farbliche Differenzierung. Die Stiegenhäuser werden über Oberlichter mit Tageslicht versorgt, Lufträume erzeugen eine erhöhte Aufenthaltsqualität und bieten im Bereich der Wohnungseingänge vertikale Sichtbeziehungen in die benachbarten Stockwerke. Die Wohnungen selbst sind kompakt organisiert, die „Verkehrsfläche“ innerhalb der Wohnungen wurde auf ein Minimum reduziert. Unverzichtbar ist der Außenraum: der Balkon als Zimmer im Freien.

Kinderwagenraum, Fahrradabstell- und Einlagerungsräume sowie Gemeinschaftsräume und Waschküche mit angegliedertem Kinderspielraum komplettieren den hohen Ausstattungsstandard der geförderten Wohnanlage. Anders als gemeinhin üblich, wird die Nutzung der Gemeinschaftsräume vorerst noch offen gelassen. Nach circa zwei Jahren wird die Hausgemeinschaft schließlich gemeinsam festlegen, welche Widmung der Gemeinschaftsraum erhalten soll. Ob es eine Gemeinschaftsküche, eine Bibliothek oder ein zusätzlicher Spiel- oder Bewegungsraum wird – diese Planung liegt in der Hand der BewohnerInnen. Das Konzept einer betreuten „Besiedlung“ mit Mitbestimmung verfolgt mehrere Ziele: zum einen das Kennenlernen der BewohnerInnen untereinander, um den sozialen Zusammenhalt zu festigen, zum anderen erhöhen partizipative Prozesse die Identifikation der BewohnerInnen mit ihrer Wohnanlage. (Text: Martina Frühwirth, nach einem Text der Architekten)

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Für den Beitrag verantwortlich: Architekturzentrum Wien

AnsprechpartnerIn für diese Seite: Martina Frühwirthfruehwirth[at]azw.at

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