Bauwerk

Styria Media Center Graz
Architektur Consult - Graz (A) - 2014
Styria Media Center Graz, Foto: Franz Ebner
Styria Media Center Graz, Foto: Franz Ebner
02. Oktober 2016 - GAT

Das neue Headquarter der Styria Media Group ist als 60 Meter und 15 Geschoße aufragendes Hochhaus ein multifunktionales Gebäude, in dem auf rund 32.000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche bis zu 1200 Arbeitsplätze eingerichtet werden können.

Auf der Achse, die vom zentralen Grazer Jakominiplatz nach Süden führt, nimmt es als Gegenüber der Stadthalle, die mit ihrem weit ausladenden Dach in die Conrad-von-Hötzendorf-Straße ragt, einen prominenten Platz an der viel genutzten Südausfahrt der Stadt ein. Gemeinsam mit der Stadthalle soll es, von Süden kommend, als neues Tor zur Stadt sicht- und wirksam sein. Zugleich liegt es im Bezirk Jakomini nicht nur zentrumsnah, sondern auch bestens an die Grazer Innenstadt angebunden.

Das Gebäude gliedert sich in Sockel und Turm. Es ist von der Straße abgerückt, sodass der Vorplatz ein großzügiges Entree bildet. Der breit gelagerte, zum Platz hin verglaste Sockel beinhaltet im Erdgeschoß die öffentlichen Funktionen Foyer und Erschließung, Empfang, Ticketverkauf und ein Cafe-Restaurant, das auch Besuchern und Nachbarn offen steht. Auch ein Kindergarten und eine Bankfiliale, die mit eigenem Eingang erschlossen werden, sind hier situiert. Abgewandt von der Straße schließt an den geschwungenen Sockel eine Hochgarage an: zwei Geschoße als Stellplätze für die Autos der Mitarbeiter. Im überhöht ausgeführten Obergeschoß des Sockels zeichnet sich schon von außen das Herzstück des Verlagshauses ab - der Newsroom, in dem die Redaktionen der Kleinen Zeitung und die des lokalen Senders Antenne Steiermark täglich Print- und Online-Medien produzieren. Der rundum verglaste Großraum mit rund 3.200 Quadratmetern und größerer wird im Süden, etwas abseits vom Geschehen, begleitet von Einzelbüros, Besprechungsräumen und Aufnahmestudios.

Zwischen Sockel und Turm wurde eine Fuge belassen, eine verglaste Loggia in normaler Geschoßhöhe mit vorgelagerter Terrasse und dem großen, extensiv begrünten Dach vor sich. Dieses transparente Zwischengeschoß mit Besprechungsräumen unterstreicht die Verschiedenheit von Sockel und Turm und verstärkt die monolithische Wirkung des hoch aufragenden, geschwungenen Gebäudeteils. Rhythmik und Kleinteiligkeit der Fassade lassen den Turm schwebend wirken. Seine Grundrissfigur, leicht gekrümmt gleich einer Banane, verleiht ihm aus jeder Himmelsrichtung eine unterschiedliche Erscheinung – mal als schlanker Turm, mal als breite Scheibe, einmal die plastisch aus der Fassadenebene ragenden „Lisenen“ in enger Stellung und dann wieder als dezent strukturierende Teilung der Bandfenster.

Der Turm ist in Regelgeschoße unterteilt, die teilweise an externe Nutzer vermietet sind. Um einen konstruktiven Kern, der in jedem Geschoß das brandsicher abgeschlossene Treppenhaus und, darum gruppiert, Sanitärräume und Nebenräume enthält, können Büros in unterschiedlich große Einheiten gegliedert oder zusammengefasst werden. Mehrere Aufzüge liegen an der Nordseite des Turms.

Hoch oben als zurückspringender Abschluss: die Skylobby. Sie steht als Konferenzbereich und exklusiver Veranstaltungsraum für hauseigene Events zur Verfügung. Von der sie umgebenden Terrasse hat man nicht nur einen grandiosen Blick über die Stadt, sondern kann auch den öffentlichen Park im Westen des Gebäudes einsehen, der auf der frei bleibenden Grundstücksfläche entstehen wird. Er soll mit den Jahren und zunehmendem Bewuchs ein Freiraum werden, der für die Bewohner und die zur Arbeit ins südliche Jakominiviertel Kommenden identitätsstiftenden Charakter erhält. (Text: Karin Tschavgova)

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